Der Anfang meiner Patenschaft war ein kleiner Sprung ins kalte Wasser: Eigentlich dachte ich, eine Patenschaft wäre nicht unbedingt das Richtige für mich, weil ich immer viel unterwegs bin und beruflich noch nicht genau wusste, wie sehr ich in der Zukunft eingespannt sein würde. Mittlerweile ist die Patenschaft mit Christin zu einem festen Bestandteil geworden – auch was meine Freizeit angeht. Insgesamt ist es für mich sehr schön, zu sehen wie sich das Verhältnis zwischen uns beiden immer weiter aufbaut, so dass wir zunehmend auch über private Dinge und unsere Leben sprechen und dabei immer wieder Parallelen finden.
Unsere Patenschaft hat als Lesepatenschaft begonnen. Ich finde es sehr schön zu sehen, dass Christin nach und nach davon abkommt, nur Lesen lernen zu wollen. Stattdessen beginnt sie, das gemeinsame Kennenlernen von Geschichten mehr als Teil der Freizeit wahrzunehmen. Momentan lesen wir Burratino: der Held der Geschichte ist manchmal ganz anders als alle anderen. Er macht seine eigenen Erfahrungen und ordnet sich nicht immer unter. Mit dieser Geschichte lernen wir tolle Möglichkeiten kennen, wie man sich außerhalb fester vorgegebener Normen bewegen und auch mal ausbrechen kann.
Für mich ist die Patenschaft spannend, weil Christin ein Mensch ist, mit dem ich normalerweise in meinen festen Strukturen nicht konfrontiert werden würde. Durch den Schulclub hatte ich die Chance jemanden kennenzulernen, den ich in meinem Freundeskreis vielleicht nicht näher kennengelernt hätte.
Ich glaube umgekehrt ist es für Christin auch spannend, mich kennenzulernen und sich mit mir auszutauschen – über „Frauenprobleme“, persönliche Wünsche und Ideen zu reden und am Wochenende auch im Kiez am Leben teilzunehmen.

